| Chronik der Badminton - Abteilung |
Die
Entwicklung der Badmintonsparte des SV Schwalbe, wie sie sich heute darstellt,
ist das Ergebnis der Fusion einer Badminton Hobby Gruppe des SV Schwalbe
mit der heimatlos gewordenen Badminton-Abteilung des Kneipp Vereins
Hannover.
Der
Kneipp Verein Hannover ging 1980 in Konkurs und der sich danach konstituierende
Kneipp Verein von 1981 sah in den angeblich zu hohen Aufwendungen für die
Sportabteilungen einen Konkursgrund. Daher wollte man die verbandsgebundenen
Sportarten nicht mehr und so mussten sich auch die aktiven Badmintonspieler nach
einem neuen Verein umsehen. Man wurde sich mit dem SV Schwalbe einig und plötzlich
gab es 120 Schwalben mehr, die als Morgengabe auch "ihre"
Trainingshallen mitbrachten. Das hatte den großen Vorteil, dass sich am
Spielbetrieb (Training u. Punktspiele) nichts änderte. Der Niedersächsische
Badmintonverband legalisierte die Situation, so dass Mannschaften und Spieler in
den gleichen Staffeln und Ranglisten weiterspielen konnten.
Und
nun zurück zu den Wurzeln: Die Anfänge des Badmintonsports im Kneipp Verein
Hannover liegen bereits etwas im historischem Dunkel. Der Kneipp Verein Hannover
hatte in Ricklingen auf dem Edelhof das herrliche Gelände zwischen dem alten
Herrenhaus und dem Ägirbad pachten können. Auf einer der Wiesen wurde ein Feld
abgesteckt und ein Netz aufgespannt, um Federball zu spielen. Das ganze muss
sich so um 1955 abgespielt haben. Man spielte mit Plastikbällen, die auch bei
Wind einigermaßen geradeaus fliegen und konnte seinem Sport in frischer Luft
ausdauernd frönen. Hier stolperte auch ein kleines Mädchen über den Platz mit
einem viel zu großen Schläger und fragte jeden, dessen sie ansichtig wurde:
"Spielst Du mit mir Federball?'' Es war die spätere deutsche
Abonnementsmeisterin Katrin Schmidt, die fast ein Jahrzehnt das deutsche
Damen‑Badminton dominierte. Als sich der Niedersächsische
Badmintonverband konstituierte, trat auch bald der Kneipp‑Verein bei und
es bildete sich eine Mannschaft, die sich bis in die Landesliga hochspielte. Na
gut, damals gab es die Bezirksklasse und die Landesliga. Heute müssen Anfänger
siebenmal aufsteigen, um dorthin zu gelangen. Damals gab es in Niedersachsen um
die 1000, heute ca. 33000 Spieler. Irgendwann zog sich die Mannschaft aber
wieder aus dem Spielbetrieb zurück und man spielte nur noch auf dem Edelhof.
Dort gab es inzwischen drei mit Kantsteinen eingefasste Plätze, etliche junge
Familien verbrachten hier ihre Wochenenden und eines Tages entstand auf' s Neue
der Wunsch, sich mit fremden Spielern zu messen. Und so wurde 1969 wieder eine
Badminton Sparte gegründet und eine Mannschaft zu den Punktspielen angemeldet.
Diese Mannschaft stieg bereits im 2. Jahr auf. In den folgenden Jahren wurden
dann weitere 5 Mannschaften der Senioren- und Jugend- und Schülermannschaften
gemeldet. Diese Entwicklung war wohl möglich weil einmal das Freigelände bis
in den Herbst auch außerhalb der Trainingsabende Spielmöglichkeiten eröffnete
‑so trafen sich im Sommer an den Wochenenden bis zu 40 Sportfreunde „auf
der Wiese" , und andererseits die Spieler alle im Schnitt 10 Jahre älter
als ihre Gegner waren und alle Entscheidungen gelassener sahen und so doch recht
beliebt waren.
Das
führte wiederum zu vielen freundschaftlichen Sportverbindungen. So besonders
zum TUS Hohnhorst, von dem wir noch heute Einladungen zu ihren berühmt/berüchtigten
Karnevalsfeten bekommen. Außerdem traf man sich häufig mit Spielern aus Bornum
/Harz, Bielefeld, Bremerhaven, Kassel und Berlin. Unvergessen ist auch ein
Besuch beim Kneipp Verein St. Ingbert, der für die Beteiligten absolut
anekdotischen Wert hat. Sportlich ging es zwangsläufig auch bergauf. Mit
Dietmar Bloch v. Blottnitz hatten wir einen Bundesligaspieler als Trainer
gewinnen können, der unsere 1. Mannschaft bis in die Verbandsklasse führte.
Anfang der 80er Jahre wurde auch das Schüler- und Jugendtraining intensiviert. So wurden neben 6 Senioren Mannschaften 1 Jugend- und 4 Schüler‑Mannschaften zu den Punktspielen gemeldet. Engagierte Trainer wie Eckhard Schmidt, Hartwig Jäger, Regine Müller, Volker Günther und andere begeisterten und förderten unseren Nachwuchs. Die Folge war auch der Zugang erfolgreicher Spieler anderer Vereine. 1988 hatten wir eine Jugendmannschaft, die in der höchsten Jugend Spielklasse, der Niedersachsenliga, vertreten war. Es wurde überraschend der 4. Platz erreicht. Aus dieser Mannschaft konnten 1988 bei der Norddeutschen Meisterschaft Stefan Schneck und Frank Radke den 2. Platz belegen. Beide qualifizierten sich dadurch für die Deutsche Rangliste und erkämpften einen ausgezeichneten 7. Platz. Außerdem wurde Frank Radke mit Katja Seiler 2. im Mixed bei der Norddeutschen Rangliste. Erfolge, die vorher und nachher nicht annähernd erreicht wurden. Diese Mannschaft wurde dann auch "unsere" 1. Senioren Mannschaft und spielte sich in 4 Jahren bis in die Landesliga hinauf. Leider löste sich die Mannschaft aus verschiedenen Gründen dann jedoch auf und die Spielklasse konnte nicht mehr gehalten werden. Der Niedergang erfolgte permanent, jedoch sportlich. Es wurde gespielt, verloren und abgestiegen. Um dieses durchzustehen, gehört wahrscheinlich eine stärkere Motivation zum Sport als auf der Erfolgsleiter nach oben zu steigen.
Heute
spielen die 1., 2. und 3. Mannschaft in verschiedenen Staffeln der Bezirksklasse
und bewegen sich alle in der mittleren bis oberen Hälfte der Tabelle. Die
Konsolidierung auf dieser Ebene ist erfreulich und ein Ansatz für einen
Aufstieg. Nachdem zwischenzeitlich die Mitgliederzahl gegen 150 tendierte, sind
heute, wie 1981, um die 120 Schwalben beim Badminton. Das ist noch eine sehr
befriedigende Situation, wenn man bedenkt, dass es auch in unserem Sport
inzwischen viele kommerzielle Anbieter gibt und ferner die Bereitschaft, sich
vereinsseitig zu binden, nicht nur beim Badminton, stark nachgelassen hat.
Ebenso nachgelassen hat auch die Neigung, Verantwortung zu übernehmen.
Deswegen: Respekt denen gegenüber, die die "Karre" am Laufen halten.
Heinz
Hilchenbach